Unter einem Tippelbruder stellen sich viele einen Landstreicher oder Stadtstreicher vor.
In Wirklichkeit ist ein Tippelbruder aber ein "fertiger Azubi", der noch etwas lernen will. Die Wanderjahre, auch Walz oder Tippelei genannt, ist die Zeit, in der ein Geselle nach Abschluss seiner Lehre auf Reisen geht, um von anderen Meistern seiner Zunft zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

Tippelbrüder sind keine Obdachlose. Denn Obdachlosigkeit (Wohnungslosigkeit) wird definiert als Zustand, in dem Menschen über keinen festen Wohnsitz verfügen und im öffentlichen Raum, im Freien oder in Notunterkünften übernachten. Der veraltete Begriff "Obdach" bedeutet Unterkunft oder Wohnung, wurde aber meist im Sinne von behördlich bereitgestellter Unterkunft verwendet. Das Wort "Obdachlos" oder "Obdachlose/r" soll aber vermieden werden und durch "wohnungslos oder "Wohnungslose/r" ersetzt werden, da dies weniger negativ behaftet ist. Außerdem wurde das Wort "Obdachloser" überwiegend durch das NS-Regime geprägt.